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Geliehene Zeit?

Gestern war ich zu Besuch bei einem gaaaanz lieben Ehepaar, daß zwei Hunde aus meiner “Tierschutz-Zeit” beherbergt hatte. “Micky” – die Hündin, die vor 15 Jahren bei der Westautobahn angebunden aufgefunden worden war – ist nun voriges Jahr verstorben. “Mausi”, eine süße, robuste Dackelmischlingsdame erfreut sich ihres 14jährigen Lebens. Der Mann hatte einen Schlaganfall und sitzt mittlerweile im Rollstuhl, die Frau hatte Brustkrebs und zwei Herzinfarkte.

So saß ich gestern dort bei Kaffee und Kuchen, sah und hörte die anderen Schicksale und war eigentlich erstaunt, daß ich mich trotz der eigentlich widrigen Umstände wohlfühlte. Wir lachten gemeinsam, redeten über Alles und Jedes und genossen die friedlichen Stunden. Es herrschte eine Symbiose, die fast nicht in Worte zu fassen ist. Es roch nach Kaffee, die Wintersonne schien ins Gesicht, “Mausi” verbellte mich (ihre Retterin!!) in einer Tour, “Micky” war nicht mehr da, es war fast Alles anders als vor 15 Jahren, als ich das erste Mal hierher kam…

 

Rückblende: eine von der Stimme her äußerst warmherzige Frau bittet mich am Telefon, ihr die arme, ausgesetzt aufgefundene Hündin, “Micky” getauft, zu bringen. Das schmucke Einfamilienhaus mit gepflegtem Garten liegt in einer hübschen Wohnsiedlung am Land. Der Mann verdient gut, die Frau arbeitet ein paar Stunden in der Woche. Es gibt erwachsene Kinder und Enkelkinder. Die Leute haben Hundeerfahrung und halten den Hund als neues Familienmitglied im Haus. Tierschutz-Herz, was willst Du mehr für den Findlingshund!! Alles in schönster Ordnung, ein Jahr später folgt dann der “übriggebliebene” Dackelmischlingswelpe, der passend zu “Micky” eben “Mausi” genannt wird. Es ist Alles sooo perfekt.

Jetzt-Zeit: ich sitze hier, Alles ist anders, nichts ist mehr perfekt. Trotzdem sind wir noch die Selben wie damals, aber eben doch anders. Das Leben hat bei jedem von uns zugeschlagen.

Und schlagartig kommt mir die für mich epochale Erkenntnis: ich hatte und habe keine “geliehene Zeit”, wie gerne sooft gesagt wird, ich habe keine “geliehene Zeit” für irgendwelche vielleicht noch nicht einmal geborenen Kinder und Enkel. Es ist MEINE Zeit, aus der ich was machen darf. Ich MUSS NICHT das Leben Anderer vor-leben.

Das war`s, warum ich mich gestern so wohlgefühlt hatte. Wir, die wir gestern zusammengesessen sind, haben das Beste aus unseren vergangenen, gelebten Jahren gemacht. Alles dauert nur eine gewisse Zeit. Das Leben von “Micky”, die ausdauernde Arbeitskraft, die Farbe an der Hausfassade, das Auto.

Ich muß es nur akzeptieren. Nicht mit dem Schicksal hadern. Dann ist es keine “geliehene Zeit”, sondern mein ganz eigens Leben.

Danke an die Familie für die gestrige Einladung.

 

 

 

 

2012

Ich wünsche Allen – in erster Linie mir selbst – einen schwungvollen, energiegeladenen Start ins neue Jahr. Es gibt keine Vorsätze bei mir, weder gute noch schlechte.

Allerdings habe ich konkrete Vorstellungen, was ich konsequent umsetzen werde: regelmäßiger “Qi gong”, mein Kräuterwissen zu vertiefen, das Gehirn weiter zu trainieren und ein Quentchen gesunden Egoismus an den Tag zu legen.

 

Deva dürfte sich fragen, was 2012 für sie bringt. Ich hoffe für alle Vierbeiner nuuuuuuuur Gutes.

 

 

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